curtain, cortina, cohort


3 Tore für die europäische Schule und den Europäischen Kindergarten in München, 2019

Stahl, Spritzverzinkt und lackiert.

Metallbau: Kunstschmiede Bergmeister/Ebersbach.

Auftraggeber: Bauamt München, Gesamtetat 258.000,- €

 

Tor 1 (Schule Süd)

Entwurfsdarstellung

 

Tor 2 (Schule Nord)

Entwurfsdarstellung

 

 

Tor 3 (Kindergarten)

Foto: www.krall-photographie.de

 

 

 

Aus dem Erläuterungsbericht zum Wettbewerbsentwurf:
Für die Europäische Schule und den Kindergarten München wurde die Gestaltung der drei Tore/
Zaunanlagen vorgeschlagen. Diese beruhen auf mathematisch-geometrischen Konstruktionen
und schaffen einen fließenden Übergang zwischen öffentlichem Raum und Schulgelände.
Aus dem Erläuterungsbericht:
Der Eingang verweist auf Funktion und Wertigkeit des Gebäudes und stiftet symbolische Identität.
Im architektonischen Sinne ist ein Tor die Membran zwischen Innen und Außen, zwischen dem
umfriedeten Raum einer Gemeinschaft und dem öffentlichen Raum. Mit vorliegender Entwurf
curtain - cortina - cohort soll diese semipermeable Grenze zwischen Innen und Außen betont,
sowie eine verheißungsvolle Erwartungshaltung auf das „Dahinter“ geweckt werden.
Der Vorhang, die Gardine ist vornehmlich ein europäisches Phänomen. Beeinflußt durch verschiedene
Kulturen und religiöse Traditionen entwickelt sich hier eine große Bandbreite: von
zweckmäßigen einfachen Lösungen bis hin zu überbordender Fülle komplizierter Raffungen
und Schichten. Über seine Funktion als verdunkelndes oder auch wärmendes Element hinaus
besagt ein Vorhang viel über die Kultur eines Bewohners und dessen Bedürfnis nach Privatheit
und Abgrenzung.
Sowohl die Funktion des Tors als „empfangende“ Grenzmembran als auch die Betonung dieser
Grenze/Umgrenzung als Zeichen kultureller Eigenheit/Identität einer (Schul-) Gemeinschaft soll
mit diesem Entwurf betont werden. In beiden Aspekten sehe ich Analogien zu den Bemühungen
einerseits die vielfältigen kulturellen Identitäten in einem geeinten Europa zu bewahren und
andererseits einen „umfriedeten Raum“ mit einheitlichen Standards zu schaffen.
 
(Abbildungen: www.krall-photographie.de, VG Bild-Kunst)